Yoga Nidra - Der Schlaf des Yogi

Yoga-Tiefenentspannung

Einerseits spricht man vom "Schlaf des Yogi" und Yoga-Tiefenentspannung, andererseits ist Yoga Nidra weit mehr als das: Yoga Nidra erfrischt den Körper und versetzt das Gehirn in eine wache, tiefe bewusste Ruhe. 

Im indischen Sanskrit bedeutet "Nidra" übersetzt zwar "Schlaf", dennoch ist mit dem Praktizieren von Yoga Nidra nicht schlafen gemeint, sondern ein Zustand tiefer Entspannung, Gelöstheit und Wachheit. Es ist ein Zustand zwischen Wach und Schlaf. 

Entstehung von Yoga Nidra

Yoga Nidra ist eine yogische Form der tiefen Entspannung bei innerer Bewusstheit. Entwickelt wurde diese Methode von Yogameister Swami Satyananda Saraswati (1923 - 2009), einem international bekannter Yogameister. Ab Mitte der 1970er kam Yoga Nidra in die westliche Welt. 

Swami Satyananda gehörte der Yogatradition Swami Sivanandas (1887 - 1963) an, der als Arzt schon früh dafür bekannt war, die Wirkung von Yoga wissenschaftlich zu erforschen. 

Wirkung auf das Gehirn

Sivananda wollte feststellen, was mit dem Gehirn geschieht, wenn man regelmäßig Yoga praktiziert. Es entstanden Studien, zunächst mit EEGs, später mit MRTs, die zeigten, dass ein entspannter Geist eine andere Schwingung aufweist als ein ständig geschäftiger. Viele der positiven Wirkungen einer regelmäßigen Yoga-Nidra-Praxis beruhen auf der tiefen und nachhaltigen Entspannung des Geistes. Auch stellte er eine ganz bestimmte Abfolge bestimmter Sequenzen und festgelegter Ansagen als sinnvoll fest, um einen anhaltenden Effekt der Tiefenentspannung zu erzeugen. Daraus entstand ein bestimmter Ablauf der Yoga-Nidra-Praxis nach folgender Grundstruktur:

Yoga-Nidra-Praxis nach folgender Grundstruktur

  • Einleitung
  • Entfaltung von Achtsamkeit
  • Fassen eines inneren Vorsatzes (Sankalpa)
  • Lenkung der Wahrnehmung durch den Körper
  • Beobachtung des Atems
  • Gegensatzpaare
  • Visualisierungen
  • Imaginationen
  • Innere Bewusstseinsraum
  • geführte Meditation
  • Wiederholung des Sankalpas
  • Abschluss

Mögliche Wirkungen von Yoga-Nidra

Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, wie Stress auf das Immunsystem und den gesamten Organismus wirkt und wie Yoga Nidra wirkt. 

Körperliche Wirkungen

  • Beruhigung und Vertiefung der Atmung
  • Zunahme von Thetawellen im Stirnhirn -> Hervorrufen Wohlbefindens
  • bessere Durchblutung der Hände, Füße und des Gesichts
  • Kräftigung und geringe Verlangsamung des Herzschlags
  • Senkung des arteriellen Blutdrucks
  • Abnahme der Anspannung des Skeletts/Skelettmuskulatur

Unterstützung bei Beschwerden wie...

  • Gereiztheit, Nervosität, innere Anspannung
  • Schlafstörungen
  • Bluthochdruck
  • Muskelverspannungen
  • Anspannung der Herzgefäße
  • Asthma
  • leichte Form von Depression und Angststörungen

Quelle: Ulrich Ott, Universität Gießen - "Yoga für Skeptiker", O. W. Barth Verlag

weitere Wirkungen, beschrieben in der Yoga-Literatur

  • Verbesserung der Körperwahrnehmung
  • Wohlbefinden für den Geist
  • Harmonisierung des Gehirns
  • Stärkung des Immunsystems und er grauen Zellen

Entspannung beginnt im Geist

Wenn Sie sich tiefer mit dem Yogasystem und der Philosophie befassen möchten, ist die Wirkung von Yoga-Nidra noch besser nachzuvollziehen. Eine klare und zeitlose Beschreibung, wie Anspannung entsteht, beschreibt Patanjali in seinen Yoga-Sutren. 

  • eigener Beobachter werden
  • geistige Muster erkennen
  • innere Distanz gewinnen
  • sich bewusst darüber werden, was Sie hindert (Kleshas) / im Weg steht